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Bericht vom Symposium der Deutschen Krebsgesellschaft und der Stiftung Leben mit Krebs am 28. November 2009
Krebserkrankungen werden häufig in Verbindung mit dem Thema Ernährung gesehen. Es gilt als unbestritten, dass einzelne Ernährungsfaktoren in der Entstehung bestimmter Tumorarten eine große Rolle spielen. Auch zur Ernährung während einer bestehenden Tumorerkrankung gibt es zahlreiche aktuelle Veröffentlichungen bis hin zu speziellen Diäten, die Wachstum und Metastasierung von Tumoren beeinflussen sollen. Häufig besteht Unsicherheit, welche Ernährungsform während der aktiven Phase der Erkrankung und der therapeutischen Intervention die richtige ist. Dies wirft die Frage auf: Was kann man mit Ernährung bei Krebs erreichen? Wie wird das Outcome beeinflusst? Diesen Fragestellungen widmet sich die Kommission „Ernährung bei Krebs“ der Deutschen Krebsgesellschaft und der Stiftung Leben mit Krebs, berichtet Prof. Dr. Biesalski vom Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft der Universität Hohenheim in seinen Begrüßungsworten.
Das Symposium in 60 Sekunden
- Tumorpatienten weisen häufig während der aktiven Erkrankung einen reduzierten Ernährungszustand auf, der sich negativ auf die Lebensqualität und die Prognose auswirken kann.
- Der Ernährungszustand sollte deshalb so früh wie möglich erfasst werden. In der Praxis haben sich verschiedene Screening-Verfahren (z. B. SGA, NRS 2002) und die BIA-Methode als valide und alltagstauglich zur Erhebung des Ernährungszustandes erwiesen.
- Es gibt hinreichende Evidenz, dass eine Ernährungstherapie den Ernährungszustand und das Outcome von Tumorpatienten verbessert.
- Die erste Stufe der Ernährungstherapie ist immer eine Optimierung der natürlichen oralen Ernährung. Ist die orale Nahrungszufuhr unzureichend (< 60 % der empfohlenen Zufuhr), besteht die Indikation einer zusätzlichen enteralen/ parenteralen Ernährung.
- Eine prä- und postoperative Ernährungstherapie ist sowohl hinsichtlich des Outcome als auch ökonomisch sinnvoll. Als Ziele werden dabei nicht nur ein Ausgleich eines Kaloriendefizits, sondern auch eine metabolische und immunologische Konditionierung verfolgt. Es gibt zahlreiche evidenzbasierte Empfehlungen zur perioperativen Ernährungstherapie.
Mehr Informationen und evidenzbasierte Leitlinien: www.dgem.de, www.espen.org
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