UROLOGIE - ARTHROSKOPIE
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Prostata Hyperplasie

Unter einer gutartigen Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata), auch benigne Prostatahyperplasie genannt, versteht man das altersbedingte und gutartige Wachstum der Prostata. Dies beginnt etwa ab dem 45. Lebensjahr. Im Gegensatz zum Prostatakrebs (Prostatakarzinom), der vorwiegend in der äußeren Zone der Vorsteherdrüse vorkommt, entwickelt sich die gutartige Vergrößerung hauptsächlich in der inneren Zone, das heißt dem Bereich in unmittelbarer Nähe zur Harnröhre. Aus diesem Grund kann es hier zu einer ringförmigen Einengung der Harnröhre und damit zu unterschiedlich ausgeprägten Problemen beim Wasserlassen kommen.

Die Vorsteherdrüse oder Prostata ist eine Drüse, die normalerweise Form und Größe einer Kastanie hat. Sie befindet sich bei Männern unterhalb der Harnblase am Beginn der Harnröhre und umkleidet diese bis zum Beckenboden. Normal ist ein Gewicht von 25 bis 30 Gramm. Mit ihrer Rückfläche grenzt die Prostata direkt an die Vorderwand des Enddarmes. Die Hauptfunktion der Prostata besteht in der Produktion von Samenflüssigkeit. Das Prostatasekret enthält außerdem eine Substanz, die dem Sperma seinen charakteristischen Geruch gibt. Weiterhin sorgen die Muskelzellen der Vorsteherdrüse beim Samenerguss dafür, dass die Samenflüssigkeit (Ejakulat) mit Schwung die Harnröhre verlässt.

Etwa die Hälfte aller Männer über 60 Jahre und nahezu alle Männer über 70 Jahre haben nachweisbare Veränderungen im Sinne einer gutartigen Prostatavergrößerung, aber nur ungefähr 20 Prozent müssen sich wegen tatsächlicher Beschwerden auch einer Therapie unterziehen. Hinsichtlich ihrer Verbreitung ist die gutartige Prostatavergrösserung eine Volkskrankheit.

Wodurch entsteht die gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse?
Die exakten Ursachen sind weitestgehend unklar. Als mögliche Faktoren gelten die altersbedingten Veränderungen im männlichen Hormonhaushalt. Speziell das in der Prostata gebildete Dihydrotestosteron, eine bestimmte Form des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, scheint bei der Entwicklung der gutartigen Vergrößerung der Drüse eine entscheidende und auch therapeutisch nutzbare Rolle zu spielen. Im Vergleich zur normalen Prostata kommt es hierbei zu einer krankhaften Vermehrung des Drüsengewebes und infolgedessen zu den typischen Beschwerden. Daneben können noch zahlreiche Wachstumsfaktoren den Stoffwechsel innerhalb der Drüse ungünstig beeinflussen.

Welche Beschwerden können durch eine vergrößerte Vorsteherdrüse entstehen?
Das Wachstum des Prostatagewebes nach innen führt zu einer Einengung der Harnröhre, wobei die sich hieraus ergebenden Symptome häufig in drei Stadien zusammengefasst werden. Im Einzelfall kann es jedoch sehr unterschiedlich sein, welche Beschwerden tatsächlich auftreten, auch müssen nicht alle genannten Symptome immer gleichzeitig vorliegen.

Anfangsstadium:
Hier liegen meist verschiedenartige Probleme im Zusammenhang mit dem Wasserlassen vor:

  • Abgeschwächter Harnstrahl
  • Probleme, das Wasserlassen zu beginnen, obwohl der Drang zum Entleeren besteht. Man spricht hier von so genannten Startschwierigkeiten
  • Unterbrochenes Wasserlassen: Mehrere Versuche sind nötig, um die Blase zu leeren
  • Entleerung der Harnblase ist nur unter starkem Einsatz und Zuhilfenahme der Bauchmuskulatur möglich
  • Häufiges Urinieren, unter Umständen im Abstand von wenigen Minuten, sowohl tagsüber als auch nachts (Nykturie)
  • Plötzlicher starker Harndrang, auch mit unfreiwilligem Abgehen von Harn
  • Nachtropfen von Harn nach dem Wasserlassen
Fortgeschrittenes Stadium:
Zu den oben genannten Problemen kommt zusätzlich noch die so genannte Restharnbildung dazu. Das bedeutet, dass die Harnblase nicht mehr vollständig entleert werden kann und Urin in der Blase zurückbleibt, manchmal bis zu mehreren 100ml oder sogar noch mehr. Dies kann sich durch ein ständiges Völlegefühl der Blase mit fortwährendem Harndrang äußern. In diesem Stadium kann es eventuell auch durch Besiedlung des in der Blase verbleibenden Urins mit Krankheitskeimen zu vermehrten Harnwegsinfekten oder auch Blasensteinbildung kommen. In einem solchen Falle können sich starke Schmerzen beim Wasserlassen einstellen bis hin zu Schüttelfrost und Fieber. Zeigen sich solche Symptome, sollten sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Endstadium:
Im Endstadium der gutartigen Prostatavergrößerung kann die Urinstauung in der Harnblase soweit fortschreiten, dass sie sich bis nach oben in beide Nieren fortsetzt. Das kann die Nieren unter Umständen bleibend schädigen und bis hin zum Nierenversagen führen. Ebenso kann vermehrt ein so genannter Harnverhalt einsetzen. In diesem Fall ist der Betroffene nicht mehr in der Lage, überhaupt noch Wasser zu lassen. Die Folge ist eine sehr schmerzhafte Ausdehnung der Blase. Eine solche Harnsperre muss sofort von einem Arzt behandelt werden. Er wird den Harn mittels eines Katheters ableiten. Ein Harnverhalt kann aber auch jederzeit in jedem anderen Stadium auftreten.


Die Übergänge zwischen den einzelnen Stadien sind fließend. Die benannten Krankheitszeichen können auch lange Zeit stabil bleiben oder im Anfangsstadium sogar spontan wieder verschwinden.

Auch eine Reihe anderer Krankheiten können sich mit diesen Symptomen äußern. Suchen Sie deshalb auf jeden Fall einen Arzt auf, wenn Sie Probleme beim Urinieren haben.

Transurethrale Resektion (TUR) der Prostata
Die transurethrale Resektion der Prostata ist vor allem bei Schwierigkeiten der Blasenentleerung aufgrund einer gutartigen Vergrößerung der Prostata angezeigt. Sie gehört zum klinischen Standard. Modernste Geräte ermöglichen das schonende Operieren über die Harnröhre, wobei die inneren, den Harnfluß behindernden Anteile der Prostata entfernt werden.
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